Religion · Klasse 7–10
Reformation: Ursachen, Luther und Folgen
Ablasshandel, Luthers 95 Thesen, Buchdruck und Augsburger Religionsfriede: wie es ab 1517 zur Spaltung der Kirche kam.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Stell dir vor, jemand verkauft dir einen Zettel, der deine Strafen nach dem Tod verkürzen soll. Genau das kritisierte Martin Luther 1517. Aus seinem Protest wurde eine Bewegung, die Kirche und Politik in Europa dauerhaft veränderte.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Um 1500 hatten viele Menschen große Angst vor Strafen nach dem Tod, etwa im Fegefeuer. Gleichzeitig ärgerten sie sich über Reichtum und Ämterkauf in der Kirche. Besonders umstritten war der Ablasshandel: Prediger wie Johann Tetzel boten Ablassbriefe gegen Geld an, ein Teil des Geldes floss in den Neubau des Petersdoms in Rom.
Definition
Ablass
Nach kirchlicher Lehre ein Nachlass zeitlicher Sündenstrafen. Kritisiert wurde vor allem, dass man ihn gegen Geld erwerben konnte.
Merke: Die Reformation hatte nicht nur eine Ursache: Angst um das Seelenheil, Kritik an Missständen und politische Interessen kamen zusammen.
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Martin Luther (1483–1546) war Augustinermönch, Priester und Theologieprofessor in Wittenberg. Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte er 95 Thesen gegen den Ablasshandel und lud zur Diskussion ein. Er wollte die Kirche erneuern, nicht spalten. Ob er die Thesen wirklich an die Tür der Schlosskirche schlug, ist nicht sicher belegt.
| Grundsatz | Bedeutung |
|---|---|
| allein aus Gnade (sola gratia) | Gott schenkt das Heil, man kann es nicht kaufen. |
| allein durch den Glauben (sola fide) | Das Vertrauen auf Gott macht gerecht, nicht eigene Leistung. |
| allein die Schrift (sola scriptura) | Die Bibel ist der Maßstab für Lehre und Kirche. |
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Dank des Buchdrucks (Gutenberg, um 1450) verbreiteten sich Luthers Schriften schnell und billig. 1521 sollte er auf dem Reichstag zu Worms vor Kaiser Karl V. widerrufen, doch er weigerte sich. Das Wormser Edikt verhängte die Reichsacht über ihn. Sein Landesherr, Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen, ließ ihn auf der Wartburg verstecken, wo Luther das Neue Testament ins Deutsche übersetzte.
Beispiel: Warum ein Fürst Luther unterstützt
- 1Glaube: Er teilt Luthers Kritik am käuflichen Heil.
- 2Macht: Er wird unabhängiger von Kaiser und Papst.
- 3Geld: Kirchengüter im eigenen Land gehen an ihn über.
- 4Fazit: Religiöse und politische Gründe verstärken sich gegenseitig.
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Auf dem Reichstag zu Speyer 1529 protestierten evangelische Fürsten und Städte gegen Beschlüsse gegen die Reformation, daher der Name „Protestanten“. Es folgten Bündnisse und Krieg. 1555 schloss man den Augsburger Religionsfrieden: Jeder Landesherr durfte zwischen katholischem und lutherischem Bekenntnis wählen, die Untertanen mussten mitziehen oder auswandern.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1517 | Luthers 95 Thesen gegen den Ablasshandel |
| 1521 | Reichstag zu Worms, Reichsacht, Wartburg |
| 1522 | Luthers Neues Testament auf Deutsch erscheint |
| 1525 | Höhepunkt des Bauernkriegs |
| 1529 | Protestation von Speyer |
| 1555 | Augsburger Religionsfriede |
Merke: Die Regel von 1555 wurde später auf die Formel „Wessen Land, dessen Religion“ (cuius regio, eius religio) gebracht. Religionsfreiheit für den Einzelnen gab es damit noch nicht.
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Alles auf einen Blick
Reformation
Auslöser
Kritik am Ablasshandel 1517
Luthers Lehre
Gnade, Glaube und Bibel statt Kauf
Verbreitung
Buchdruck und Unterstützung der Fürsten
Worms 1521
Luther widerruft nicht, Reichsacht
1555
Landesherr bestimmt die Konfession
Folge
katholische und evangelische Kirchen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Eine Behauptung prüfen: „Luther wollte eine neue Kirche gründen.“
- 1Absicht: Luther wollte die bestehende Kirche zunächst erneuern.
- 2Beleg: Seine 95 Thesen waren eine Einladung zur gelehrten Diskussion.
- 3Entwicklung: Bann durch den Papst, Reichsacht und Streit verhärteten die Fronten.
- 4Urteil: Die Aussage ist zu einfach – die Spaltung war Folge, nicht Ziel.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Luther veröffentlichte 1517 seine 95 Thesen gegen den . Er betonte, dass Gottes Gnade nicht werden kann. Der Augsburger Religionsfriede von ließ den Landesherrn die Konfession wählen.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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